Übergang von Sommer zu Herbst bewusst gestaltest
Der Übergang von Sommer zu Herbst gehört für mich zu den kraftvollsten Momenten im Jahreskreis. Die Luft verändert sich, das Licht wird weicher, und irgendwo zwischen den letzten warmen Tagen und den ersten kühlen Morgen liegt eine ganz besondere Magie. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du diesen Wechsel bewusst wahrnimmst, welche Zeichen die Natur dir schickt und wie eine kleine Meditation dir hilft, wirklich in der neuen Jahreszeit anzukommen.
kennst du dieses Gefühl, wenn ein Sommertag beginnt wie immer – warm, hell, vertraut – und plötzlich, mitten am Nachmittag, ein Windhauch vorbeizieht, der anders riecht als noch vor ein paar Wochen? Genau das ist für mich der Moment, in dem ich spüre: Der Übergang von Sommer zu Herbst hat begonnen.
Dieser Wechsel passiert nie von einem Tag auf den anderen. Er ist ein Prozess, ein leises Herübergleiten, das sich über Wochen hinzieht. Und genau darin liegt seine Schönheit. Wenn wir achtsam sind, können wir diesen Übergang nicht nur bemerken, sondern aktiv mitgestalten – mit unseren Gedanken, unseren Ritualen und der Art, wie wir unseren Alltag ausrichten.
In diesem Artikel möchte ich dir zeigen, wie unterschiedlich man den Herbstbeginn definieren kann, welche kleinen Zeichen die Natur dir schickt, und ich schenke dir eine Meditation, die dich dabei begleitet, den Jahreszeitenwechsel mit allen Sinnen zu spüren. Denn der Übergang von Sommer zu Herbst ist mehr als ein Datum im Kalender – er ist eine Einladung, innezuhalten und bewusst wahrzunehmen, was sich verändert – in der Natur und in dir selbst.
Wann beginnt der Herbst?
Die Frage, wann der Herbst tatsächlich beginnt, lässt sich gar nicht so einfach beantworten – denn es gibt gleich drei unterschiedliche Ansätze, die alle ihre eigene Berechtigung haben.
Der astronomische Herbstbeginn orientiert sich am Stand der Sonne. Er fällt auf die Tagundnachtgleiche, meist um den 22. oder 23. September, wenn Tag und Nacht exakt gleich lang sind. Dieser Zeitpunkt trägt im Jahreskreis der alten Kelten den Namen Mabon.
Der meteorologische Herbstbeginn ist eine reine Vereinbarung der Wetterkunde, um Jahreszeiten statistisch besser vergleichen zu können. Er beginnt jedes Jahr einheitlich am 1. September – unabhängig davon, wie warm oder kühl es tatsächlich ist.
Der phänologische Herbstbeginn hingegen richtet sich nach dem, was in der Natur tatsächlich geschieht: nach der Reife bestimmter Früchte, der Verfärbung der Blätter, dem Verhalten der Tiere. Er verschiebt sich von Jahr zu Jahr und von Region zu Region – und macht den Übergang von Sommer zu Herbst dadurch so individuell wie die Natur selbst.
Offiziell feiere ich den Herbstanfang mit Mabon, dem astronomischen Zeitpunkt – das ist der Tag, an dem ich mein Ritual begehe und mich bewusst dem neuen Jahresabschnitt zuwende. Aber mindestens genauso sehr liebe ich es, die Natur zu beobachten und schon Wochen vorher nach den ersten leisen Anzeichen Ausschau zu halten. Hier ein paar Beispiele, auf die ich achte:
- die ersten einzelnen bunten Blätter an den Bäumen
- kühlere, nebelige Morgen, während die Nachmittage noch sommerlich warm sind
- Spinnennetze, die im Morgentau silbrig glitzern
- ziehende Vogelschwärme am Himmel
- reife Äpfel, Kastanien und Brombeeren
- ein verändertes Licht, das tiefer und goldener steht
Diese Zeichen zu bemerken, macht für mich einen großen Teil der Magie dieser Jahreszeit aus. Wenn du magst, kannst du auch in deinem eigenen Garten oder auf deinen Spaziergängen einmal ganz bewusst danach Ausschau halten.
Kleine Achtsamkeitsübung für den Jahreszeitenwechsel
Um den Übergang von Sommer zu Herbst nicht nur zu beobachten, sondern wirklich zu spüren, teile ich hier eine kleine Meditation mit dir. Sie eignet sich wunderbar rund um den Jahreszeitenwechsel – aber genauso gut immer dann, wenn du das Bedürfnis danach hast, dich neu zu erden.
Herbstmeditation
Mache diese Meditation um den Jahreszeitenwechsel herum – oder wann immer du das Gefühl dazu hast.
Begib dich dafür nach draußen. Finde einen Ort in der Natur, an dem du möglichst ungestört bist. Setze dich hin und komme erst einmal an. Nimm den Boden unter dir wahr, die Geräusche um dich herum, den Wind auf deiner Haut.
Dann beginne mit der Meditation. Schließe deine Augen und stelle dir vor, wie du dich verwurzelst. Sieh vor deinem inneren Auge, wie Wurzeln aus deinen Fußsohlen heraus in den Boden wachsen – immer tiefer und tiefer. Je tiefer deine Wurzeln reichen, desto mehr spürst du die Verbindung zur Erde.
Sobald du einen Ort tief in der Erde erreicht hast, an dem du dich wohlfühlst, atme die dortige Energie ein. Spüre, wie sie sich in deinem ganzen Körper ausbreitet.
Nimm die Energie der Erde zu diesem Zeitpunkt im Jahr wahr. Im Herbst ist das oft die Energie der Vollendung und einer ruhigen Zufriedenheit, die tief im Inneren der Erde vibriert. Horche in deine Umgebung hinein: Wie klingt der Wind? Das Rascheln der Blätter in den Bäumen? Wie fühlt sich die Sonne auf deinem Gesicht an, wie die Luft auf deiner Haut? Erforsche die sanften, langsameren Bewegungen der Energie, die durch die Erde und die Wurzeln der Pflanzen strömt.
Spüre dabei bewusst in die Themen dieser Jahreszeit hinein. Wo begegnet dir Vollendung? Wo Loslassen? Wo Dankbarkeit? Und wie kannst du diese Themen gerade jetzt in der Natur um dich herum wahrnehmen?
Bleibe so lange von der Energie der Erde umhüllt, wie du möchtest. Genieße das Gefühl von Fülle und heiterer Gelassenheit um dich herum.
Wenn du bereit bist, beende die Meditation, indem du die Wurzeln langsam wieder in deine Fußsohlen zurückziehst, tief durchatmest und deine Augen öffnest.
Die Magie der unterschiedlichen Jahreszeiten
Die Jahreszeiten zeigen uns immer wieder aufs Neue den Kreislauf von Werden und Vergehen. Jede von ihnen hat ihren eigenen Zauber, jede hält uns etwas anderes vor Augen:
- Frühling – Neubeginn, Wachstum, Manifestation neuer Ideen
- Sommer – Fülle, Aktivität, Lebensfreude und Energie
- Herbst – Ernte, Dankbarkeit, bewusstes Loslassen
- Winter – Rückzug, Ruhe, innere Einkehr und Reflexion
Wenn du dich an diesem Kreislauf orientierst, fällt es dir leichter, mit dem Fluss des Jahres zu gehen, statt gegen ihn anzukämpfen. Der Übergang von Sommer zu Herbst markiert dabei den Wendepunkt von der äußeren Aktivität hin zur inneren Ernte.
Die Energie des Sommers nutzen
Bevor der Herbst ganz Einzug hält, lohnt es sich, die letzte Energie des Sommers noch einmal bewusst zu nutzen. Nimm dir die verbleibenden warmen Tage, um deine Ziele weiter zu verfolgen und Dinge anzustoßen, die dir am Herzen liegen. Alles, was du jetzt noch mit Energie und Tatkraft anschiebst, wird im Herbst zu etwas, das du ernten kannst – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.
So wird der Übergang von Sommer zu Herbst nicht zu einem abrupten Ende, sondern zu einem sanften Hinübergleiten, bei dem du die Früchte deiner sommerlichen Arbeit bereits in den Händen hältst.
Übergänge wahrnehmen
Der Wechsel der Jahreszeiten erinnert uns immer wieder daran, dass nichts stillsteht – und dass genau darin eine große Schönheit liegt. Wenn du den Übergang von Sommer zu Herbst bewusst wahrnimmst, ihn beobachtest, spürst und mit kleinen Ritualen begleitest, wirst du merken, wie viel reicher sich diese Zeit im Jahr anfühlt.
Ich lade dich ein, in den kommenden Wochen ganz bewusst nach den ersten Zeichen des Herbstes Ausschau zu halten und dir Zeit für die Herbstmeditation zu nehmen. Wenn du dabei noch tiefer in die Themen der Jahreszeiten eintauchen möchtest, schau dir gerne meinen kostenlosen Journaling-Guide „Durch die Jahreszeiten“ an, der dich durch alle acht Feste des Jahreskreises begleitet.
Ich wünsche dir einen wundervollen, bewussten Übergang in den Herbst.
Von Herzen,
deine Angela
