Herbst ausmisten: Mit Herz loslassen und Gemütlichkeit schaffen
Herbst ausmisten bedeutet nicht, Regale leerzuräumen, sondern dein Zuhause liebevoll auf die dunklere Jahreszeit einzustimmen. Entdecke, wie du Clutter mit Herz loslässt und Raum für Ruhe, Wärme und dich selbst schaffst.
Jemand hat mal gesagt: Wenn du durch dein Zuhause gehst und dir denkst „Jetzt würde ich aber ungern Besuch bekommen“, dann hast du viel Clutter.
Marie Kondo lehrt uns, dass jeder Gegenstand seinen Platz haben sollte. Ich persönlich finde das eine wunderschöne Herangehensweise. Nicht nur, weil es mir den Alltag erleichtert und ich weniger Zeit mit Suchen verschwende. Sondern auch, weil ich dadurch sofort bemerke, wenn eigentlich gar kein Platz mehr für Neues da ist.
Was für uns Clutter ist, verändert sich im Laufe des Lebens. Interessen wandeln sich, Hobbys kommen und gehen, und auch dein Geschmack ist nicht in Stein gemeißelt. Was du vor zehn Jahren schön fandest, muss dir heute nicht mehr gefallen. Deshalb ist die wichtigste Frage beim Herbst ausmisten nicht „Was kann weg?“, sondern:
Welche Version von mir möchte ich in den nächsten Monaten sein?
Was ist Clutter?
Clutter ist ein englisches Wort und heißt auf Deutsch so viel wie Unordnung, Krempel, Kram oder Gerümpel. Gemeint ist alles, was sich in deinem Zuhause angesammelt hat, Platz einnimmt und dir weder Nutzen noch Freude bringt. Dinge, die „irgendwie noch da sind“, ohne dass du sie bewusst ausgewählt hättest.
Clutter ist dabei mehr als nur sichtbares Chaos. Er kostet Energie. Jedes Ding, das dich unbewusst an eine unerledigte Aufgabe, eine alte Version von dir oder ein schlechtes Gewissen erinnert, zieht ein kleines Stück Kraft ab.
Warum der Herbst die perfekte Zeit zum Ausmisten ist
Nach der Herbsttagundnachtgleiche werden die Tage kürzer und die Nächte länger. Unsere Aktivitäten verlagern sich nach drinnen. So wie wir uns im Frühling auf die Zeit draußen einrichten, dürfen wir uns im Herbst unser Zuhause zu einem Ort machen, an dem wir gerne verweilen.
Das sind meine Gründe, warum Herbst ausmisten so gut tut:
- Die Natur macht es vor. Die Bäume lassen ihre Blätter los, ohne Drama und ohne Zögern. Sie machen Platz für das, was kommt.
- Wir spüren unser Zuhause intensiver. Wenn wir mehr Zeit drinnen verbringen, fällt uns Unordnung viel stärker auf, und wir sind auch eher bereit, etwas zu verändern.
- Der Herbst ist eine Zeit des Loslassens. Im Jahreskreis steht er für Ernte, Rückschau und Abschied. Was uns nicht mehr dient, darf gehen.
- Der Kalender ist noch nicht voll. Vor dem Weihnachtstrubel und den Raunächten hast du noch Luft, dir in Ruhe Zeit zu nehmen.
- Du startest leichter ins neue Jahr. Wer jetzt Ballast abwirft, geht klarer und entspannter durch die dunkle Jahreshälfte.
Herbst ausmisten Schritt für Schritt
1. Klar werden, wer du sein möchtest
Nimm dir bewusst Zeit, deiner Seele zu lauschen und dich auf die dunklere Jahreshälfte einzustimmen. Diese Fragen kannst du dir beantworten, um mehr Klarheit zu bekommen:
- Was möchte ich mitnehmen in die dunklere Jahreszeit?
- Welche Ziele möchte ich noch verwirklichen, die ich mir Anfang des Jahres vorgenommen habe? Achte darauf, ob sie für dich immer noch von Bedeutung sind. Wenn nicht, lass auch sie los.
- Wer möchte ich sein?
- Wie möchte ich leben?
- Möchte ich ein neues Hobby anfangen oder ein altes wieder aufleben lassen? Wenn ja, welches?
2. Ein Zuhause, das dich nährt und dir Geborgenheit schenkt
Jetzt, wo dir klar ist, wie du die dunklere Jahreszeit verbringen möchtest, schauen wir uns die einzelnen Räume an. Ich gehe dafür durch jeden Raum, spüre hinein und nehme wahr, welche Energie dort herrscht. Anschließend visualisiere ich, wofür wir diesen Raum nutzen möchten und wie ich meine Zeit hier verbringen will.
Dabei helfen mir Fragen wie:
- Wie fühle ich mich in diesem Raum?
- Wie möchte ich mich hier fühlen?
- Welche Funktion hat dieser Raum aktuell?
- Welche Funktion soll er im Herbst und Winter haben?
- Was brauche ich in diesem Raum, damit er für mich gemütlich ist?
Wenn mir klar ist, wofür die einzelnen Räume stehen, fällt es mir viel leichter zu entscheiden, was bleiben darf, was einen neuen Platz findet und was gehen darf. Dabei beziehe ich immer meine ganze Familie mit ein, denn jede von uns hat vielleicht unterschiedliche Bedürfnisse und Wünsche an einen Raum.
3. Ausmisten: Befreie dich von altem Ballast
Im nächsten Schritt widme ich mich dem eigentlichen Ausmisten. Du kannst entweder Kategorie für Kategorie vorgehen, wie bei der KonMari-Methode, oder Raum für Raum. Beides ist richtig. Wichtig ist nur, dass du deine Fragen von vorher im Hinterkopf behältst. Das macht es leichter, Dinge loszulassen, die nicht mehr zu deiner Vision passen.
Beim Herbst ausmisten kannst du dir bei jedem einzelnen Gegenstand diese Fragen stellen:
- Nährt es meine Seele?
- Macht es mich glücklich?
- Ist es nützlich?
- Verbessert es mein Leben?
- Unterstützt es meine Träume?
- Macht es mir das Leben leichter?
- Öffnet es mein Herz?
- Ist mein Leben ohne diesen Gegenstand besser?
Wie bei der KonMari-Methode nehme ich jeden Gegenstand bewusst in die Hand. Das hilft mir zu spüren, ob er weiterhin Teil meines Lebens sein darf oder ob es Zeit ist, ihn liebevoll weiterziehen zu lassen.
4. Räume ausräuchern
Wenn alles Überflüssige gegangen ist, fühlt sich ein Raum oft schon viel leichter an. Doch auch die Energie darf noch einmal frisch werden. Deshalb räuchere ich meine Räume nach dem Herbst ausmisten aus: Ich öffne die Fenster, lasse den Rauch durch jede Ecke ziehen und verabschiede damit alles, was nicht mehr bleiben soll. Es ist wie ein bewusster Punkt hinter dem Ausmisten.
Wie du dabei Schritt für Schritt vorgehst und was du beachten kannst, habe ich dir in einem eigenen Artikel ausführlich beschrieben: Räume energetisch putzen: Kleine Rituale mit großer Wirkung
Clutter fernhalten: 10 Minuten am Tag und Hot Spots
Jetzt kommen wir zu einer Methode, die mir hilft, unser Haus auch nach dem großen Herbst ausmisten frei von Clutter zu halten. Denn ja, auch ich kenne es: Er kommt schneller zurück, als man denkt. Vor allem mit zwei kleinen Kindern zu Hause.
Die 10-Minuten-Regel: Ich stelle mir jeden Tag einen Timer auf zehn Minuten. In dieser Zeit gehe ich durch Schubladen und Schränke und schaue, was weg kann. So türmt sich der Clutter gar nicht erst wieder auf.
Die Hot Spots: Damit sind die Orte in deinem Zuhause gemeint, an denen sich gerne alles sammelt, was noch erledigt oder weggeräumt werden muss. Deine Sammelstellen für „mach ich später“. Das können der Esstisch, die Kommode im Flur oder ein Stuhl im Schlafzimmer sein. Auch hier nehme ich mir einmal am Tag die Zeit, sie leer zu räumen.
Herbst ausmisten: Klein anfangen, leicht bleiben
Wenn du das regelmäßig machst, wird das Herbst ausmisten keine Mammutaufgabe mehr. Kleine Schritte, jeden Tag, halten dein Zuhause leicht und dein Herz auch.
Nimm dir diese Woche zehn Minuten, stell dir einen Timer und beginne bei deinem größten Hot Spot. Dein Zuhause wird es dir danken.
Wenn es sich dann wieder leichter anfühlt, dürfen wir es uns so richtig kuschelig machen. Im nächsten Artikel zeige ich dir, wie: Cozy Home: Dein Zuhause als Herbstnest.
Und bis dahin frage dich: Was darf ich diesen Herbst liebevoll loslassen, damit Platz für das entsteht, was mich wirklich nährt?
Bis bald,
Deine Angela
