Dein Kalender ist voll – und du fragst dich, wo eigentlich du darin Platz findest? In diesem Artikel zeige ich dir, wie du Schritt für Schritt deine Zeit zurückholen, Prioritäten neu setzen und wieder Raum für das schaffen kannst, was dir wirklich wichtig ist.
Wer kennt es nicht: Der Terminkalender ist schon voll, bevor wir überhaupt Zeit hatten, unsere eigenen Termine einzutragen. Gerade wir Mamas, die zusätzlich die Termine unserer Kinder im Blick behalten – Arztbesuche, Kita, Schule, Hobbys – stehen irgendwann vor der ehrlichen Frage:
Und wo bleibe eigentlich ich?
Die Antwort scheint oft bitter: spätabends, wenn alle schlafen. Um 23 Uhr. Müde. Erschöpft.
What about no.
Zeit ist kein Luxusproblem – sie ist ein Spiegel unserer Prioritäten. Und die gute Nachricht ist: Du kannst lernen, deine Zeit zurückzuholen und deinen Kalender nicht länger komplett fremdbestimmen zu lassen. Ich bin selbst noch auf diesem Weg, aber diese Schritte helfen mir enorm dabei, wieder Zeit für meine Termine, meine Bedürfnisse und meine Energie zu finden.
Ausmisten – Klarheit schaffen, bevor du planst
Bevor du neue Termine einträgst, darfst du erst einmal ehrlich hinschauen: Was ist wirklich wichtig – und was darf gehen?
Dein Fokus für die nächsten 12 Wochen
Stell dir bewusst die Frage: Was soll in den nächsten 12 Wochen im Mittelpunkt stehen?
Suche dir drei größere Ziele, verteilt auf unterschiedliche Lebensbereiche:
- ein berufliches Ziel
- ein privates oder Beziehungsziel
- ein weiteres Ziel (z. B. Gesundheit, Kreativität oder Persönlichkeitsentwicklung)
Wenn du tiefer einsteigen möchtest, schau dir dazu gern noch einmal das Rad der Lebensbereiche aus dem Blogartikel „Deine Energiequellen im Alltag finden“ an.
Warum 12 Wochen?
Zwölf Wochen sind eine greifbare Zeitspanne. Die Kürze erzeugt auf der einen Seite einen positiven Handlungsdruck, weil die Deadline nah ist. Auf der anderen Seite verhindert der Fokus auf wenige Prioritäten, dass man sich in zu vielen Dingen verliert.
Etwas, das mir früher sehr leichtfiel: viele Interessen, viele angefangene Projekte – und wenig wirklich abgeschlossen.
Zwölf Wochen sind für mich genau richtig: nicht zu lang, nicht zu kurz.
Wenn du tiefer in das Konzept eintauchen möchtest, empfehle ich dir das Buch „Das 12-Wochen-Jahr“ von Brian Moran und Michael Lennington.
Zeit zurückholen: Fokus mit Kindern
Auch für deine Kinder darf es einen Fokus geben:
- Braucht ein Kind gerade besonders viel Aufmerksamkeit?
- Steht eine Veränderung an (Eingewöhnung, Schulstart, Wachstumsschub)?
Nicht alles muss gleichzeitig perfekt laufen. Fokus bedeutet auch, bewusst nicht alles zu wollen.
Energievampire erkennen
Manche Termine und Menschen rauben dir mehr Energie, als sie dir geben. Schau ehrlich in deinen Kalender und mache diese Energievampire ausfindig. Deine Zeit zurückholen von diesen Energievampiren fühlt sich befreient an.
Streiche Termine,
- die du nur aus schlechtem Gewissen eingegangen bist,
- die sich jedes Mal schwer anfühlen,
- bei denen du dich aufraffen musst, um überhaupt hinzugehen.
Lass Aufgaben los, die längst nicht mehr zu dir passen. Frage dich bei jedem neuen Termin: Nährt mich das – oder kostet es mich Kraft?
Nein sagen – freundlich und klar
Nein sagen ist kein Egoismus. Es ist Selbstfürsorge. Ein liebevolles Nein zu anderen ist oft ein wichtiges Ja zu dir. Du darfst absagen. Du darfst verschieben. Du darfst Prioritäten setzen – ohne dich zu rechtfertigen.
Minimalismus im Alltag
Weniger Besitz, weniger Chaos, weniger mentale Last. Minimalismus unterstützt dich zu Hause dabei deine Zeit zurückzuholen. Dabei ist Minimalismus im Haushalt kein einmaliges Projekt, sondern ein Prozess. Doch jeder kleine Schritt sorgt für mehr Ruhe im Alltag und hilft dir, Zeit zurückzuholen.
Umgib dich mit Dingen,
- die du nutzt,
- die dir Freude machen,
- die du gerne anschaust.
Lass dein Zuhause für dich arbeiten – nicht andersherum.
Deinen Terminkalender bewusst bestücken – aber richtig herum
Jetzt, wo wir Klarheit geschaffen haben und du dir wieder dein Zeit zurückgeholt hast, dürfen wir den Terminkalender Schritt für Schritt neu füllen.
Zuerst: Freizeit & Urlaub
Trage als Erstes ein:
- Urlaube
- freie Tage
- bewusste Auszeiten
- Zeit für deine Hobbys
Diese Zeiten sind nicht verhandelbar. Sie sind die Basis deiner Energie.
Plane deine persönlichen Energielieferanten bewusst ein, damit du deine Akkus regelmäßig aufladen kannst. Denn mit voller Energie erledigst du andere Termine leichter – und oft sogar schneller.
Dann: Arbeitstermine
Trage anschließend alle Arbeitstermine ein. Ich bin selbstständig und habe dadurch etwas mehr Spielraum – trotzdem hilft mir eine klare Wochenroutine enorm:
- feste Arbeitszeitfenster
- möglichst gleiche Zeiten an gleichen Tagen
Das gibt Struktur und spart mentale Energie.
Nach großen Terminen bewusst pausieren
Wenn ich größere Arbeitsevents habe – besonders am Wochenende – blocke ich mir danach bewusst einen Erholungstag.
Energie tanken ist kein Luxus, sondern notwendig. Ich möchte bei all meinen Terminen präsent sein und meine Leistung mit Leichtigkeit erbringen.
Pufferzeiten einplanen – weil das Leben passiert
Irgendetwas kommt immer dazwischen.
Deshalb plane ich ganz bewusst Pufferzeiten ein.
In meinem 12-Wochen-Plan sind das etwa 1½ Wochen, in denen:
- Projekte früher abgeschlossen sind
- Raum für Krankheit, Müdigkeit oder Unvorhergesehenes bleibt
- Druck bewusst herausgenommen wird
Diese Zeiten schenken mir Gelassenheit – selbst wenn nicht alles nach Plan läuft.
Zeit zurückholen ist ein Prozess
Du musst nicht von heute auf morgen alles perfekt umstellen. Zeit zurückholen ist ein Lern- und Reflexionsprozess:
- Was tut mir gut?
- Was möchte ich loslassen?
- Was ist jetzt wirklich wichtig?
Zeit zurückzuholen bedeutet:
- bewusster zu wählen
- mutiger Nein zu sagen
- liebevoller mit dir selbst zu sein
Erlaube dir wieder Raum zu schaffen – für das Wichtige in deinem Leben. Wofür möchtest du wieder mehr Zeit haben? Und was ist dein kleiner Babyschritt, um dir diese Zeit zurückzuholen? Schreib es mir gern in die Kommentare.
Herzliche Grüße
Angela
